Newsnational Mittwoch, 12.02.2020 |  Drucken

Jeden zweiten Tag muslimfeindliche Angriffe

Antwort der Bundesregierung auf Große Anfrage der Linksfraktion zu antimuslimischem Rassismus - statistisch jeden zweiten Tag islamfeindliche Angriffe auf Muslime und ihre Einrichtungen - Buchholz MdB: "Signale der Solidarität sind nötig"

Berlin (KNA) In Deutschland hat es im vergangenen Jahr nach Angaben der Bundesregierung statistisch jeden zweiten Tag islamfeindliche Angriffe gegeben. "Das ist rechter Terror, dem entschieden entgegen getreten werden muss", sagte die Linken-Bundestagsabgeordnete Christine Buchholz der Berliner "Tageszeitung" (Dienstag). Die Zeitung beruft sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Große Anfrage der Linksfraktion zu antimuslimischem Rassismus. Gefährdungen von Personen, Moscheen und anderen muslimischen Einrichtungen seien "nicht hinzunehmen", so Buchholz.

Demnach gab es 2019 den Angaben zufolge 184 islamfeindliche Angriffe dieser Art. Darunter seien 64 Fälle von Volksverhetzung, "zahlreiche Fälle von Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen, Beleidigung und Sachbeschädigung". Auch Bedrohungen sowie Körperverletzungen seien gelistet. "Islamfeindliche Gewalt und Diskriminierung seien hierzulande alltäglich", so die Linken-Politikerin. Die Bundesregierung müsse muslimische Religionsgemeinschaften unterstützen. Zudem seien "Signale der Solidarität" nötig.

Islamfeindliche Straftaten werden seit 2017 gesondert erfasst. Für das Jahr 2019 liegt noch keine Gesamtzahl vor. In den genannten Angaben seien etwa Beleidigungen von Muslimen noch nicht erfasst. 2018 seien es insgesamt 910 islamfeindliche Straftaten gewesen, darunter 48 Angriffe auf Moscheen. 2017 habe die Zahl bei 1.095 gelegen. Rund 90 Prozent dieser Taten würden der politisch motivierten Kriminalität von rechts zugeordnet.



Ähnliche Artikel

» "Miteinander statt übereinander" - Scheich Dr. Al-Issa und Großrabbiner Pinchas Goldschmidt im Dialog
» Nahost: Gewalt, Krieg, illegale Landnahme und Annexion seit Jahrzehnten
» ZMD-Vorsitzender Aiman Mazyek fordert Beauftragten für Muslimfeindlichkeit : „Notwendiger denn je“
» Großteil der Parteien stellen sich hinter Forderung des ZMD für einen Beauftragten für Muslimfeindlichkeit
» ZMD-Forderung nach Bundesbeauftragten für Muslimfeindlichkeit findet weitere Unterstützer

Wollen Sie einen
Kommentar oder Artikel dazu schreiben?
Unterstützen
Sie islam.de
Diesen Artikel bookmarken:

Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks
Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg
Diesen Artikel weiterempfehlen:

Anzeige

Hintergrund/Debatte

Demo im Mainz mit u.a. OB & ZMD unter dem Motto: "Nie wieder33 - Mainz ist unteilbar" / ZMD-Landesvorsitzende Laabdellaoui: "Ein Monoklultur, die Vielfalt, Demokratie und Freiheit verwehrt, ist keine Alternative für unsere pluralistische Gesellschaft in Deutschland"
...mehr

ZMD-Vorsitzender Aiman Mazyek spricht beim traditionellen Neujahrsempfang der Schura Paderborn: Wichtiges Ereignis im Kalender der Stadt – „Dialog- und Friedensarbeit in diesen Zeiten nicht hoch genug zu bewerten“
...mehr

Verfassungsrechtler: Kopftuchverbot für Schüler ist rechtswidrig
...mehr

ZMD Aktionsplan: Anlässlich der internationalen Wochen gegen Rassismus vom 16.-29.03.2020 / Musterpredigt,Flyer,Downloads
...mehr

ZMD Vorsitzende Landesverband Rheinland-Pfalz Malika Laabdellaoui zu Gast beim Neujahrsempfang der Ministerpräsidentin Malu Dreyer
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) -  exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2019 - 2027

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009